Babett Peter - Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen & Turbine Potsdam

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„Wir wissen was zu tun ist!“

16 März 2009, 10:57 Uhr · 0 Kommentare

Am Ende hieß es für die deutsche Nationalmannschaft der Frauen wieder einmal Platz 4. Schon im letzten Jahr hatte die Mannschaft beim Algarve Cup in Portugal das kleine Finale nicht gewinnen können.

Doch zunächst konnten die Deutschen in der Vorrunde glänzen. Im ersten Spiel traf man auf Finnland. Der Gastgeber der diesjährigen Europameisterschaft der Frauen hatte so gut wie keine Chance gegen die neu formierte Mannschaft von Silvia Neid.

Die Bundestrainerin musste auf einige Stammkräfte verzichten. So sind Ariane Hingst (Knieverletzung) und Kerstin Stegemann (ebenfalls Knieverletzung) noch im Aufbautraining, Annike Krahn laboriert an einem Bänderriss im Fuß und die Rekordnationalspielerin Birgit Prinz möchte nach einigen Verletzungen erst wieder einen normalen Trainingsrythmus erlangen.

So durften sich einige junge Spielerinnen aus der U20-Mannschaft beweisen. Damit standen Bianca Schmidt und Kim Kulig sogar in der Anfangsformation gegen Finnland. Die deutschen Frauen hatten das Spiel über weite Strecken im Griff, nur die Tore ließen auf sich warten. Erst in der 69. Minute konnte die eingewechselte Melanie Behringer die deutsche Mannschaft in Führung bringen. In der 90. Minute erhöhte Kerstin Garefrekes in ihrem 100. Länderspiel zum 2:0 Endstand.

Im zweiten Gruppenspiel ging es gegen die Auswahl von China. Auch dieses Spiel konnte die deutsche Mannschaft dominieren. In der 37. Minute verwandelte Kerstin Garefrekes einen Abpraller vom Pfosten zum 1:0. Dies war zugleich der Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit begann die Mannschaft von Silvia Neid mit sehr viel Schwung und konnte diesen auch in Tore ummünzen. In der 58. Minute erzielte Kim Kulig ihr erstes Länderspieltor. Aus 22 Metern zog die 18-jährige ab und der Ball zappelte im Eck des chinesischen Tores. Zum 3:0 Endstand sorgte wieder Kerstin Garefrekes. Mit einem sehenswerten Heber ließ sie der chinesischen Torhüterin keine Abwehrchance.

Am Ende hätte die deutsche Mannschaft noch höher gewinnen müssen. In der 88. tauchte Saskia Bartusiak völlig allein vor dem chinesischen Gehäuse auf, konnte den Ball jedoch nicht unterbringen. Im Großen und Ganzen konnte man nach zwei gewonnen Spielen zufrieden sein, nur mit der Torausbeute und einigen Kleinigkeiten war Trainerin Silvia Neid nicht zufrieden.

Im dritten Gruppenspiel wartete mit Schweden nun ein völlig anderer Gegner auf die Deutschen. Der Neid-Mannschaft reichte ein Unentschieden um ins Finale einzuziehen. Doch daran wollte nach den ersten 45. Minuten wohl keiner der Zuschauer glauben. Denn nach 25 guten Minuten der Deutschen, gaben sie das Spiel aus der Hand. Innerhalb von 10 Minuten kassierten sie 3 Tore (Nilla Fischer 28.; Lotta Schelin 36./38. Minute) durch leichte und individuelle Fehler in der Hintermannschaft. Auch danach stand die Mannschaft völlig neben sich und ließ noch zwei Großchancen für Schweden zu. Demnach rettete der Pausenpfiff vor noch einem höheren Pausenstand.

Nach der Pause zeigte die Deutsche Mannschaft ihr kämpferisches Gesicht. Man erarbeitete sich auch einige Tormöglichkeiten, doch konnte sie nicht nutzen. Erst in der 73. Minute verkürzte Inka Grings auf 1:3. In der 81. Minute erzielte Kim Kulig mit Hilfe der schwedischen Torhüterin sogar den Anschlusstreffer. In der 90. Minute hatte Melanie Behringer den ersehnten Ausgleich auf dem Fuß, setze den Ball jedoch über den schwedischen Kasten. Dann ertönte der Schlusspfiff und das Endergebnis hieß 2:3 für Schweden.

Die Bundestrainerin nach dem Spiel: „Die Schweden hatten heute zehn starke Minuten und wir zehn schwache, da sind wir überrumpelt worden. Aber die Mannschaft hat anschließend Moral gezeigt. Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie viel aggressiver sein muss. Dann hat man ja gesehen, dass die Schweden noch einmal ins Schwimmen kamen. Hätten wir früher das 1:3 erzielt, hätten wir sicher nicht verloren. Daraus muss man einfach lernen, gegen so schnelle Stürmer muss man aufmerksam sein.”

Nun ging es also im Spiel um Platz 3 gegen Dänemark. Die deutsche Mannschaft wirkte im vierten Spiel innerhalb von zehn Tagen sehr müde und unkonzentriert. Beide Mannschaften erarbeiteten sich kaum klare Torchancen. Jedoch gelang den Däninnen noch vor der Pause die Führung. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß auf der linken Seite konnte Catherine Paaske Sørensen per Kopf die völlig frei stehende Julie Rydahl-Bukh bedienen. Sie köpfte den Ball in der 42. Minute ungehindert in das Tor der Deutschen.

Im zweiten Abschnitt war Deutschland sehr bemüht, konnte aber nur wenig Sehenswertes zelebrieren. So blieb es bei dem Stand von 1:0 nach 90 Minuten. Neid nach dem Spiel: “Der Sieg der Däninnen geht insgesamt in Ordnung. Durch den Rückstand wurden wir für unsere Spielweise bestraft. In der zweiten Halbzeit waren wir bemüht, aber die Spielerinnen wirkten sehr müde”. So hieß es auch wie im letzten Jahr für das deutsche Team Platz 4. Im Großen und Ganzen kann man zufrieden sein. Die neu formierte Abwehr und viele junge Spielerinnen hatten beim diesjährigen Algarve Cup die Chance sich für höhere Aufgaben zu beweisen. Die ein oder andere hat ein Ausrufezeichen setzen können. Dennoch wurden die Defizite der Deutschen deutlich, die im Fitness- und Athletikbereich wohl noch viel Arbeit vor sich haben.

Bis zum nächsten Länderspiel in Frankfurt gegen Dauerrivalen Brasilien werden wohl einige verletzte Spielerinnen zurück kehren und man darf gespannt sein, ob die Deutsche Mannschaft bis dahin die Defizite abstellen kann. Jeder der Spielerinnen weiß wie sie an sich arbeiten muss, um sich für den Kader der Europameisterschaft zu qualifizieren.

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